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DIATRA Kompass – Juni 2026

Was bewegt Nephrologie, Transplantation, Organ- und Gewebespende sowie Gesundheitspolitik? Der DIATRA Kompass Juni 2026 bündelt aktuelle Beiträge und ordnet ein, was sie für Betroffene, Angehörige und Fachkreise bedeuten.
DIATRA Kompass – Juni 2026
Collage zum „DIATRA Kompass Juni 2026“: In der Mitte das Cover der DIATRA-Ausgabe 2-2026 zum Thema Lebendspende, umgeben von Beitragsbildern zu Organspende, Gesundheitspolitik, Städten als Botschafter der Organspende, Nierenschutz und nephrologischer Versorgung.

Was aktuelle Entwicklungen für Patient:innen, Angehörige und Fachkreise bedeuten.

Hallo!

Wer mit einer Nierenerkrankung lebt, auf ein Organ wartet, Menschen im Alltag begleitet oder selbst in der Versorgung arbeitet, weiß: Medizinische Entscheidungen brauchen mehr als gute Behandlung. Sie brauchen verständliche Informationen, verlässliche Strukturen – und manchmal auch ein Zeichen, das ein wichtiges Gespräch in Gang bringt.
Im Juni geht es im DIATRA Kompass um Organspende in Leipzig, Paris und mitten in unseren Städten. Es geht um die neue Ausgabe der DIATRA, um die Zukunft der nephrologischen Versorgung und um gesundheitspolitische Entscheidungen, die weit über einzelne Gesetzesvorhaben hinausreichen.


Organspende und Transplantation

Vom Tag der Organspende zum grünen Band in Paris

Am 6. und 7. Juni stand Leipzig im Zeichen des Tags der Organspende. Menschen mit Transplantationserfahrung, Angehörige, Selbsthilfe, Fachleute und Institutionen kamen zusammen, um zu informieren, zu danken und vor allem das Gespräch über eine persönliche Entscheidung zu eröffnen.

Am 22. Juni wird auch dieser Gedanke in Paris sichtbar: Auf dem Pont d’Iéna sollen 1.000 Menschen ein menschliches grünes Band bilden – als internationales Symbol der Organspende. Beide Aktionen erinnern daran, dass eine Entscheidung nur dann wirklich entlasten kann, wenn sie bekannt ist: in der Familie, bei Angehörigen, im eigenen Umfeld.

Ein grünes Band für die Organspende


Städte, die Leben retten helfen

In Frankreich erinnern inzwischen mehr als 1.000 Kommunen mit sichtbaren Zeichen daran, dass Organspende kein Thema nur für Kliniken oder Aktionstage ist. Ein Schild am Ortseingang entscheidet nichts. Aber es kann einen Gedanken auslösen, der später am Küchentisch wieder auftaucht.

Auch in Deutschland gibt es mit #DeutschlandEntscheidetSich eine Bewegung, die genau dort ansetzt. Ihre Botschaft ist bewusst offen: Nicht die Art der Entscheidung steht im Mittelpunkt, sondern dass Menschen sich informieren, eine Haltung entwickeln und sie dokumentieren.

Städte, die Leben retten helfen


ProTransplant zieht nach Karlsruhe – Österreich schärft Regeln nach

Das Bündnis ProTransplant zieht mit einer Verfassungsbeschwerde nach Karlsruhe. Es kritisiert, dass die jüngste Reform des Transplantationsgesetzes nicht ausreiche, um den Organmangel wirksam zu bekämpfen und Menschen auf der Warteliste besser zu schützen.

ProTransplant zieht nach Karlsruhe

Österreich hat im Mai den rechtlichen Rahmen im Umfeld der Organtransplantation weiter präzisiert. Die Novelle richtet sich gegen kommerzielle Vermittlung, Organhandel und Organtourismus. Zwei unterschiedliche Entwicklungen, die aber dieselbe Grundfrage berühren: Wie lassen sich Vertrauen, Schutz und Verantwortung in der Organtransplantation dauerhaft stärken?

Österreich schließt Lücken bei Organhandel


Die neue DIATRA 2-2026

Die neue DIATRA 2-2026 ist erschienen. Ein Schwerpunkt: „Lebendspende braucht ein starkes Netz.“ Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die ein Organ spenden – vor, während und nach einer Lebendspende – sowie die Frage, welche medizinischen, rechtlichen und persönlichen Voraussetzungen gute Begleitung braucht.

Darüber hinaus richtet die Ausgabe den Blick nach vorn: Wie kann Nierenmedizin früher schützen, Versorgung auch bei knapper werdenden Fachkräften sichern und Dialyse dort vermeiden oder hinauszögern, wo es medizinisch möglich ist? Weitere Beiträge beschäftigen sich mit Überkreuzlebendnierenspende, Organspende nach Herz-Kreislaufstillstand, Heimdialyse, Selbsthilfe und persönlichen Geschichten aus der Transplantationsmedizin.

Zur Online-Ausgabe und zum Inhaltsverzeichnis

Zwei Beiträge aus der neuen DIATRA-Ausgabe haben wir frei für alle zugänglich gemacht.

Im Interview mit dem neuen KfH-Chef Prof. Dr. iur. Christian Höftberger geht es um die Frage, warum Nierenmedizin früher ansetzen muss: bei Prävention, Risikogruppen, guter ambulanter Begleitung und einer Versorgung, die Dialyse nach Möglichkeit vermeidet oder hinauszögert.

Interview: Nierenschutz vor Nierenersatz

Der Zukunftsausblick „Nephrologische Versorgung im Jahr 2035“ fragt zugleich, wie sich ein Fach verändern muss, wenn chronische Nierenerkrankungen zunehmen, Fachkräfte fehlen und bestehende Strukturen nicht mehr selbstverständlich tragen. Prävention, Heimdialyse, Digitalisierung und eine realistische Steuerung der Ressourcen spielen dabei eine zentrale Rolle.

Nephrologische Versorgung im Jahr 2035

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GKV-Reform: Prävention darf nicht auf der Strecke bleiben

Die Debatte über die GKV-Finanzen wird häufig über Einsparungen geführt. Für Menschen mit chronischen Erkrankungen stellt sich aber eine andere, langfristigere Frage: Was passiert, wenn notwendige Früherkennung, fachärztliche Versorgung und Prävention geschwächt werden?

Zum Beispiel plädieren die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN9 und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) für ein gezieltes Screening auf chronische Nierenkrankheit bei Risikogruppen. Der Kern ihrer Argumentation: Gute Früherkennung ist medizinisch geboten – und kann langfristig helfen, schwere Folgeerkrankungen sowie Dialyse oder Transplantation zu vermeiden oder hinauszuzögern.

GKV-Gesetz bremst Nieren-Früherkennung


Eine Frage zum Schluss

Passt die Länge des DIATRA Kompass? Oder wäre eine kürzere Ausgabe mit stärkerer Auswahl hilfreicher?

Rückmeldungen helfen uns, dieses Format weiterzuentwickeln: Was ist im Alltag am nützlichsten – kurze Orientierung, ausführliche Einordnung oder eine Mischung aus beidem?

Auch Themenvorschläge zur Organspende, Nierenmedizin oder Transplantation sind willkommen: redaktion@diatra.de

Liebe Grüße
die DIATRA-Redaktion


Ein Zeichen für die Organ- und Gewebespende

Wie spricht man über Organ- und Gewebespende – im Alltag, in der Familie, in Praxen oder Kliniken? Sichtbare Zeichen können helfen, Gespräche zu eröffnen.

Das bundesweite Symbol für die Organ- und Gewebespende wurde auf Initiative des DIATRA-Verlags und mit Unterstützung der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG) entwickelt. Es soll der Organ- und Gewebespende ein gemeinsames, wiedererkennbares Gesicht geben – über einzelne Aktionstage hinaus.

Das Symbol kann für nichtkommerzielle Zwecke frei verwendet werden, etwa in Praxen, Kliniken, Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Schulen oder bei Informationsveranstaltungen, als Tattoo, Aufkleber, T-Shirt-Aufdruck etc. So kann es dazu beitragen, dass Organ- und Gewebespende im Alltag sichtbarer wird und Menschen leichter über ihre persönliche Entscheidung sprechen.

Wer das Symbol einsetzen oder Grafikdateien erhalten möchte, kann sich gern direkt an die DIATRA-Redaktion wenden.

Symbol für die Organ- und Gewebespende ansehen und nutzen

Grafikdateien zum Symbol anfragen

bundesweites Symbol für Organ- und Gewebespende

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